Smart Home

Veröffentlicht von Benny am

Heutzutage ein Haus zu bauen mit einer klassischen, konventionellen Elektrik, wäre eigentlich schon unverantwortlich, vor allem, wenn man eh versucht, für die Zukunft gerüstet zu sein. Und da man gerade auf die Verkabelung bei einem Neubau besonders Einfluss hat, kann man hier auch direkt richtig planen und zukunftssicher vorbereiten.

Was ist das?

Die Frage ist erstmal: Was ist überhaupt Smart Home? Smart Home zeichnet sich vor allem durch folgende Eigenschaften aus (Quelle):

  • Die Funktionen der Elektroinstallation sind flexibel änderbar, das programmierte System lässt sich jederzeit an die Bedürfnisse der Bewohner bzw. an veränderte Lebensumstände anpassen
  • die Smart Home Komponenten sind Gewerke-übergreifend untereinander vernetzt, können Informationen austauschen und sind innerhalb Ihrer Funktionalität parametrierbar
  • Abläufe sind automatisierbar und folgen einem vom Benutzer/Installateur anpassbaren Regelwerk
  • Die Gesamtfunktionalität des Smart Homes wird durch die Kombination vieler Einzel-Komponenten mit Eigenintelligenz erreicht. Ergänzt werden kann dieses dezentrale System durch eine optionale zentrale Logik.
  • Im System ist ein komplettes Abbild aller Informationen und Gerätezustände vorhanden, wodurch es sich anbietet, diese über ein zentrales Bedienpanel zu visualisieren, sowohl lokal (im Gebäude) als auch ferngesteuert (mobil).

Unterschiede bei der Verkabelung

Nach heutigem Standard für Elektro-Installationen ist es ohnehin üblich, fast jeden Strang (Beleuchtung, Steckdosen, etc.) einzeln über eine Sicherung abzusichern und daher auch für jede kleinere Gruppe aus Lampen, Steckdosen, etc. eine eigene Leitung in den Hauptverteiler zu ziehen. Das ist im Prinzip eine sternförmige Verkabelung. Das hat den Vorteil, dass man im Hauptverteiler beliebig umstecken kann. Das geht aber nur begrenzt, denn bei einer konventionellen Verkabelung für Beleuchtung z.B. ist der Schalter für die Beleuchtung immer mit in den Strang eingebaut. Das ist wiederum nicht sehr flexibel.

Quelle: https://www.heimautomation-buch.de

Die Alternative dazu ist ein Bus-System. Das bedeutet, es wird parallel zur 230-Volt-Verkabelung ein weiteres Niederspannungsnetz verlegt, das Sensoren und Aktoren miteinander verbindet. Sensoren sind Schalter, Taster, Bewegungsmelder, etc., Aktoren dagegen die eigentlich Relais, die die 230 Volt schalten. Das funktioniert mit dezentralen Aktoren, also überall da, wo man etwas schaltbares haben möchte (z.B. in den Rolladenkästen) oder zentral (im Hauptverteiler). Der Vorteil eines zentralen Systems liegt auf der Hand, es ist einfach wartbarer und man hat die gesamte Elektronik an einer Stelle.

Welches System?

(c) Alex Wagner

Es gibt inzwischen Smart Home Systeme wie Sand am Meer. Aber was taugen die alle? Viele basieren auf dezentralen Komponenten und kabelloser Kommunikation und sind eher für eine bestehende Elektrik geeignet. Ich bin von beidem kein Freund, daher würde ich gerne von Anfang an die passenden Kabel verlegen und auf eine sternförmige Verlegung zu achten. Auch wenn das etwas mehr Länge von Mantelleitungen bedeutet, aber die sind verhältnismäßig günstig (100m ca. 80€).

Im Prinzip ist bei meiner Recherche alles auf das lange etablierte System KNX hinausgelaufen. Das ist ein herstellerunabhängiger Standard zur Gebäudeautomatisierung. Dabei kommunizieren die einzelnen Komponenten über sogenannte Telegramme miteinander. Es hat den Vorteil, dass alle eingebundenen Geräte zentral programmiert werden können und einfache Logiken direkt von den Komponenten übernommen werden. Registriert die Wetterstation beispielsweise, dass die Sonne untergegangen ist, schickt sie ein Telegramm an eine bestimmte Empfängergruppe, zu der dann die Rolladen-Aktoren gehören. Die sind darauf programmiert, bei diesem Telegramm die Rolläden nach unten zu fahren. Schon ist eine einfach Logik umgesetzt, ohne dass man dazu einen Server oder irgendwelche Bedienelemente braucht.

Andere Systeme?

Das gefällt mir natürlich sehr, auch wenn die einzelnen Komponenten nicht ganz günstig sind. Dafür sind sie robust und halten wohl wirklich lange.

Für Geräte, die mit 230 Volt betrieben werden, bietet sich das System also an. Für Beleuchtung mit LEDs (RGB, RGBW, etc.) gibt es andere Systeme, die sich eher anbieten, wie z.B. Dali. Dazu fehlt mir allerdings noch das Hintergrundwissen, da wird es später einen Artikel zu geben.

Ebenso für das 1-Wire-Netz, das z.B. für Sensor-Netze sehr einfach verwendet werden kann.

Für die meisten gängigen Protokolle oder Standards gibt es auch entsprechende Gateways, um sie mit KNX zu kombinieren. Ebenso lässt sich z.B. auch Amazon Alexa mit KNX kombinieren, so dass man alle KNX-gesteuerten Geräte auch per Spracheingabe steuern kann.

Möglichkeiten über Möglichkeiten. Aber auch hier gilt es wieder, den richtigen Kompromiss zwischen Nutzen und Kosten zu finden. Zumindest was Kosten angeht, gibt es kaum eine Grenze nach oben. 😉


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